|
Der Unterschied von Heulage und Silage liegt in dem Anteil der enthaltenen Trockensubstanz. Rindersilage hat einen Trockensubstanzanteil von ca. 15 % - 25 %, Feuchtsilage bis ca. 35 %. Für Pferde am besten geeignet ist die sog. Heulage mit einem Trockensubstanzanteil von ca. 40 % - 60 % (manchmal auch bis zu 80 %) hat. Durch die nur kurze Anwelkzeit bei der Gewinnung der Heulage gehen weniger Nährstoffe als bei der Heutrocknung verloren, daher ist Heulage (bei selben Schnittzeitpunkt) energiereicher als Heu. Allerdings hat Heu einen höheren Rohfasergehalt, da dieser bei der Trocknung vermehrt erhalten bleibt. Heulage wird gerne an Pferde mit Heustaubhusten oder anderen Atemwegserkrankungen verfüttert, da sie sehr staubarm ist und die Atemwege somit nicht unnötig reizt.
Gute Heulage ist hellgrün bis grün, riecht aromatisch frisch, leicht säuerlich und brotartig und hat eine griffige Struktur.
Der Schnittzeitpunkt für die Herstellung von Heulage liegt meistens am Ende der Blütezeit, so sorgt der höhere Rohfasergehalt des Grases für einen ausreichend hohen Trockensubstanzgehalt. überständig gemähtes Gras hingegen bildet allerdings wegen seinem zu hohen Rohfasergehalt und seinem zu geringem Saftgehalt der Pflanzen zu wenig der für den Siliervorgang wichtigen Milchsäuren. Die Milchsäurebakterien verhindern unter Luftabschluss die Entwicklung von Schimmelpilzen und Bakterien. Bei einer Lagerung in der prallen heißen Sonne oder bei einer Beschädigung der Einwickelfolie kommt es zu Fehlgärungen und der Bildung von Schimmelpilzen.
Bei der Lagerung und Verfütterung von Heulage ist allerdings große Sorgfalt geboten. Kleinste Löcher in der Einwickelfolie müssen sofort abgeklebt werden, da die Heulage sonst verdirbt. Am besten sollten im Freien gelagerte Ballen zusätzlich mit Netzen abgedeckt werden um die Folie der Ballen vor Vögeln zu schützen. Angebrochene Ballen sollten immer sorgfältig wieder mit Folie abgedeckt und zügig verfüttert werden.
Angeschimmelte Ballen sollten wegen der schnellen Verbreitung von Schimmel und Bakterien komplett weggeschmissen und nicht verfüttert werden. Eine große Gefahr bei der Heulagefütterung sind Tierkadaver im Ballen. Eine einzige tote Maus kann mit ihrem Leichengift einen ganzen Ballen komplett verseuchen und bei Pferden die gefürchtete meistens tödlich endende Krankheit Botulismus auslösen.
Silagen sind für Pferde als ungünstiges Futtermittel einzustufen. Silage übersäuert den Organismus des Pferdes sehr stark, dies kann zu den unterschiedlichsten Krankheiten führen. Außerdem enthalten insbesondere Maissilage extrem viel Phosphor und nur wenig Calcium. Dies fördert einen gestörten Knochenstoffwechsel und es können Krankheiten wie zum Beispiel Arthrose begünstigt werden. Bei Grassilage ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis etwas günstiger, jedoch enthält Grassilage sehr wenig Calcium und sehr wenig Phosphor. Deswegen sollte von beiden Silagearten nicht mehr als 20 % verfüttert werden. Die restlichen 80 % der Fütterung sollten aus Heu vom ersten Schnitt bestehen.
|