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Für das Verdauungssystem unserer Pferde ist eine Futtergrundlage mit einem hohem Rohfasergehalt sehr wichtig. Das sog. Rauhfutter (Heu, Heulage oder auch Stroh) bietet den Pferden durch seinen hohen Rohfasergehalt eine lange Verdauungszeit, die der Verdauung der Pferde sehr entgegen kommt.
Außerdem bietet Rauhfutter Pferden durch seine lange Kauzeit einen nicht zu unterschätzenden Zeitvertreib, schließlich verbringen Pferde in der freien Wildbahn bis zu 16 Stunden täglich mit der Nahrungsaufnahme. Zusätzlich gewährleistet eine ausreichende Versorgung mit Rauhfutter auch einen guten Zahnabrieb, der bei der Fütterung von Kraftfutter zu kurz kommt.
Die Qualität und der Nährstoffgehalt hängt stark von der Zusammensetzung der Weidegräser und Kräuter, dem Boden, dem Zeitpunkt der Ernte sowie der Lagerung ab. Je früher das Gras geschnitten wird um so höher ist sein Rohproteingehalt und desto geringer sein Rohfasergehalt. Bei Verdauungsprozess werden die Rohproteine in Energie umgesetzt d.h. das vor der Blüte geerntetes Heu mit einem ca. 15%igen Rohproteingehalt am energiereichsten ist und mit ca. 22%igen Rohfasergehalt am wenigsten Struktur hat. Mit Beginn der Blüte sinkt der Rohproteingehalt auf ca. 12 % während der Rohfasergehalt auf ca. 25 % ansteigt. Bei in voller Blüte geschnittenem Heu ist der Rohproteingehalt bereits auf unter 10% gesunken und der Rohfasergehalt auf ca. 28 % gestiegen. Das überständige nach der Blüte gemähte Gras hat mit bis zu 35 % den höchsten Rohfasergehalt und mit ca. 7 % den niedrigsten Rohproteingehalt.
Das Gras aus dem 2. Schnitt, das sog. Grummet, ist sehr strukturarm und sehr reich an Rohprotein, daher wird es in den meisten Fällen für Pferde als nicht geeignet bezeichnet.
Wichtig beim Grasschnitt ist die richtige Schnitthöhe, die die Qualität des späteren Heues / Heulage mitbestimmt. Bei einer zu geringen Schnitthöhe können Erdreste oder Tierkadaver (z.B. von Mäusen) in das Heu gelangen. Erdreste machen das Heu staubig und fördern die Bildung von Schimmel.
Gutes Heu sollte von grüner Farbe sein, duftet aromatisch und sollte keinerlei Spuren von Schimmel oder Feuchtigkeit enthalten. Auch Unkräuter wie Ampfer, Brennesseln und Disteln sind im Heu unerwünscht. Heu sollte vor der Verfütterung ca. 6 bis 8 Wochen ablagern, da es sonst Koliken auslösen kann.
Heucobs sind eine Alternative für Heustauballergiker oder alte Pferde mit Zahnproblemem.
Heucobs sind aus kurzgehäckseltem Heu gepresste Pellets und sind eine Alternative für Heustauballergiker oder alte Pferde mit Zahnproblemem.Da die Cobs bei der Zufuhr von Flüssigkeit stark aufquellen, werden sie vor dem Verfüttern in einer großen Menge Wasser aufgeweicht. Bei einer Fütterung mit trockenen Heucobs kann es zu Schludverstopfungen oder Verstopfungskoliken kommen.
Stroh:
Als Futterstroh eignet sich am besten Hafer- oder Weizenstroh. Gutes Futterstroh ist eine ernstzunehmende Alternative zu minderwertigem Heu. Stroh hat einen geringen Eiweißanteil und eignet sich somit für leichtfuttrige Pferde, die zwar Rauhfutter als Beschäftigung bekommen sollen, aber nicht zu dick werden sollen. Allerdings sollte mindestens 1/3 des Rauhfutters trotzdem aus Heu bestehen, da Stroh beim Verdauungsprozess eine lange Verweildauer im Blinddarm hat und so zu Blinddarmverstopfungen und Koliken führen kann.
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