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Hilsmittel

Zur besseren Verständigung mit dem Pferd bzw. zur Unterstützung der Hilfengebung können die Stimme des Reiters, die Reitgerte und die Sporen eingesetzt werden.

Die Stimme als Hilfsmittel ist beim Anreiten junger Pferde unentbehrlich. Bei älteren Pferden sollte sie sparsam verwandt werden, da sonst eine Gewöhnung oder auch Abstumpfung eintritt. In Dressurprüfungen ist der hörbare Gebrauch der Stimme nicht erlaubt.

Beim Einsatz der Stimme kommt es in erster Linie auf den richtigen Tonfall an. Eine ruhige, tiefe Stimmlage wirkt auf das Pferd beruhigend, während ein kurzes, präzise im richtigen Moment angewandtes Schnalzen mit der Zunge oder ein kurzes Ansprechen guten Aufforderungscharakter hat.

Die beruhigende Stimme ist beim Kennenlernen neuer Lektionen (z.B. Halten oder Rückwärtsrichten) sinnvoll ebenso wie bei allgemeiner Aufregung durch äußere Einflüsse.

Das Auffordern mit der Stimme kann die Aufmerksamkeit des Pferdes erhöhen, die treibenden Hilfen unterstüzten und die Konzentration auf den Reiter lenken. Das Pferd hat dank seiner großen, beweglichen Ohren ein viel besseres Gehör als der Mensch, so dass laute Worte nicht nur unnötig, sondern störend sein können.

Die Gerte wird angewandt, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. In der dresssurmäßigen Arbeit dient sie auch dazu, die Tätigkeit der Hinterhand zu verbessern. Eine Dressurgerte wird nicht ganz am oberen Ende angefaßt, sondern etwas näher an ihrem Schwerpunkt. Ihr unteres Ende zeigt schräg über den Oberschenkel des Reites abwärts. Ohne mit der Hand im Maul zu stören, wird das Pferd dicht hinter dem Unterschenkel touchiert.

Ein Anlegen der Gerte im Flankenbereich oder hinter dem Sattel int in der Regel unzweckmäßig, da viele Pferde darauf mit hoher Kruppe, nicht aber mit verbesserter Aktivität der Hinterbeine reagieren. Die Dressurgerte kann auch an der Schulter touchieren, um die verwahrenden oder seitwärts treibenden Hilfen zu unterstützen.
Der Einsatz der Gerte ist zweckmäßig bei:
- wenig gerittenen Pferden, um die treibende Einwirkung von Gewicht und Schenkel zu unterstützen

- bei weiter ausgebildeten Pferden, die nicht genügend auf den Schenkeldruck reagieren.

Für das Springen wird die Springgerte benutzt. Sie ist ca. 75 cm lang, sollte einen kräfitgen, gut in der Hand liegenden Griff und am Ende eine Lederklatsche haben. Sie wird, falls notwendig, an der Schulter des Pferdes, möglichst im Rhythmus der Bewegung, eingesetzt. Durch das klatschende Geräusch wirkt sie auffordernd.

Sporen werden in erster Linie benutzt, um feinere Schenkelhilfen zu ermöglichen und erst in zweiter Linie, um die Wirksamkeit zu erhöhen. In diesem Sinne können die Sporen die Gerte ergänzen. Voraussetzung dafür ist, dass der Reiter seine Schenkelhilfen bewußt und unabhängig vom Sitz geben kann.

In der Grundausbildung genügt in der Regel ein 2 - 3 Zentimeter langer, stumpfer Sporen. Für den Einsatz der Sporen ist, wie für alle übrigen Hilfen, ein kurzer, präziser Einsatz sinnvoller als ein ständiger und damit abstumpfender Gebrauch.

Sollte es nötig sein, ein Pferd wegen mangelnder Gefreude oder fehlendem Respekt vor den treibenden Hilfen mit Gerte oder Sporen energisch zum Vorwärtsgehen aufzufordern, so muss unbedingt darauf geachtet werden, dass dabei das Pferd nicht durch die Hand im Maul gestört wird.

Mit freundlicher Genehmigung des FNverlages entnommen aus
"Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 1: Grundausbildung für Reiter und Pferd"

 
 
 
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